Vor einem Jahr hatte ich den Entschluss gefasst, nicht mehr mit in ein Höhentrainingslager zu fahren. Ich konnte mir die Frage einfach nicht beantworten, ob es je funktioniert hatte. Sicher, es gab Trainingscamps, in denen ich danach Ausdauerbestwerte vorweisen konnte und dann gab es Trainingslager, nach denen ich in der Saison gar nichts mehr konnte und sie eigentlich auch besser mal abgebrochen hätte. Ein weiterer Grund, nicht mehr in die Höhe zu fahren, war der, dass ich es nie schaffte, ein Trainingslager ganz durchzustehen. Immer nach der Hälfte gab es Probleme, wie zum Beispiel andauernde Müdigkeit und Schlappheit. Mit der Folge, dass ich das geplante Training nicht mehr realisieren konnte.
Deshalb versuchte ich es ohne und fuhr lieber in die Sonne ans Meer. In der Vorbereitung 2015/ 2016 fuhr ich dreimal nach Portugal und hatte vor der Saison die besten Ausdauerwerte. „Also, es geht auch ohne 2000m“, hatte ich mir gesagt…

Nun habe ich vor zwei Wochen mein Studium beendet und überlegte mir, wie ich die Vorbereitung auf 2018 bestmöglich gestalten könne, um voll angreifen zu können, denn der Kopf ist ja jetzt auch schließlich wieder frei. Rat suchte ich bei meinen Trainern und Bundestrainern (Tono Kirschbaum, Henning von Papen und Sebastian Weiß). Da es keine andere Möglichkeit auf ein Trainingslager im Herbst gab, entschied ich mich dazu, es noch einmal mit Dullstroom zu versuchen.
Aber warum? Ich habe in den letzten zwei Jahren fast alles alleine trainiert und das will ich nicht mehr. Gerade in den Herbst-/Wintermonaten quält sich jeder Läufer/in eh durch das Grundlagentraining und das immer alleine??? Keine Option mehr für mich. Also, es gibt keine Alternative? Dann nehme ich die „Höhe“ in Kauf.

So habe ich mich also letzte Woche im IAT einmal „grundchecken“ lassen, Ausdauerwerte bestimmt und mein Blutbild überprüfen lassen. Es passt alles soweit. Um natürlich bestens vorbereitet zu sein, messe ich seit Wochen den Ruhepuls und steuere mein Training, dank meiner Polar Uhr (M430), auch anhand der Belastungsherzfrequenz.
Jetzt bin also seit Dienstag in der Höhe, versuche mich an die 2000 Meter zu gewöhnen und vor allem ruhig zu bleiben. Nicht ruhig zu bleiben, war ein Fehler, den ich vielleicht in den letzten Jahren begangen habe. Ich wollte in der Höhe einfach immer zu schnell zu viel… Es heißt ja nicht umsonst hier. „Weniger ist mehr“.

Deshalb: RUHE bewahren und mal schauen, was es wird.

Listen to your body.

Eure